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GradeYourSchool

Eine Plattform, auf der Schülerinnen und Schüler ihre eigene Schule bewerten können.

live 2019 – heute gradeyour.school ↗
ReactNext.jsMySQLRedis8.960+ Schulen490+ Bewertungen
GradeYourSchool

Die Idee

Wer sich für eine Schule entscheidet, bekommt Hochglanzbroschüren, einen Tag der offenen Tür und ein paar Meinungen aus dem Bekanntenkreis. Wie der Alltag dort wirklich ist, erfährt man erst, wenn man schon drin sitzt. GradeYourSchool soll das ändern: Schülerinnen, Schüler und Eltern bewerten ihre Schule, und alle anderen können vor der Wahl nachlesen. Die Plattform gibt es für Österreich und Deutschland.

Neustart

Die erste Version habe ich 2019 mit WordPress und einem PHP-Plugin gebaut. Perfekt war sie bei Weitem nicht, aber sie war der Anfang, und es kamen die ersten Bewertungen. Danach habe ich mich lange nicht mehr darum gekümmert, und die Seite geriet in Vergessenheit. Technisch war sie am Ende.

2025 habe ich GradeYourSchool deshalb komplett neu gebaut. Ich wollte wieder ein eigenes Projekt haben und die Schulwelt ein kleines Stück besser machen. Den Code habe ich allein geschrieben. Celine und Marvin haben mir beim Testen, beim Ausarbeiten von Ideen und bei der Suche nach Schulen geholfen.

Das Herzstück: eine Bewertung, der man trauen kann

Eine Bewertungsplattform ist nur so viel wert wie ihre Bewertungen. Wenn eine Person ihre Schule zwanzigmal schlechtmachen kann oder ein Bot die Seite mit Werbung flutet, liest das niemand mehr. Der Ablauf musste also für echte Menschen in zwei Minuten erledigt sein und für alle anderen möglichst schwer.

So läuft eine Bewertung ab:

  • Man sucht seine Schule und bewertet sie in vier Kategorien mit 0,5 bis 5 Sternen, jeweils mit einem kurzen Kommentar. Dazu kommen ein Gesamtkommentar, die Frage „Würdest du die Schule weiterempfehlen?“ und die Angabe, ob man Schüler:in oder Elternteil ist.
  • Nach dem Absenden ist die Bewertung noch nicht sichtbar. Man bekommt eine E-Mail mit Bestätigungslink, erst der Klick darauf schaltet sie frei.
  • Wer das vergisst, bekommt nach 23 Stunden eine Erinnerung, und der Link bleibt einen weiteren Tag gültig. Danach verfällt die Bewertung und wird gelöscht.
  • Nach der Bestätigung kommt eine Dankes-Mail mit Link zur eigenen Bewertung.

Hinter dem Formular stecken mehrere Prüfungen:

  • Ein Captcha (Cloudflare Turnstile) hält Bots ab.
  • Wegwerf-Adressen werden abgelehnt. Das System prüft sie gegen eine Liste bekannter Anbieter und fragt per DNS nach, ob die Domain überhaupt E-Mails empfangen kann.
  • Kommentare mit Links, Werbung oder Code werden abgelehnt.

Die eigentliche Arbeit: Daten

Der Aufwand steckte nicht im Frontend, sondern darin, die Rohdaten aller deutschen Schulen so aufzubereiten, dass eine Suche damit funktioniert.

Alle Schuldaten stammen aus öffentlich einsehbaren Schullisten. Für Deutschland heißt das zehntausende Einträge in sehr unterschiedlicher Qualität, und dieselbe Schulform taucht in vielen verschiedenen Schreibweisen auf. Ein eigenes Import-Werkzeug filtert die weiterführenden Schulen heraus, vereinheitlicht die Schulformen und gleicht jede Schule mit Google Places ab, um Koordinaten und ein Foto zu bekommen. Wo eine Kontaktadresse fehlt, sucht es sie auf der Website der Schule. Ein Probelauf zeigt vorher, was sich ändern würde. So kamen über 8.960 Schulen auf die Plattform.

Was es sonst noch kann

Schulen finden:

  • Eine interaktive Karte zeigt alle Schulen eines Landes. Nahe beieinanderliegende Schulen werden zu Gruppen zusammengefasst. Auf Wunsch zeigt die Karte den eigenen Standort samt Blickrichtung.
  • Die Suche funktioniert nach Schulname oder Adresse und macht schon beim Tippen Vorschläge.
  • Die Schulliste lässt sich nach Bundesland, Stadt und Schulform filtern. Dazu gibt es eigene Seiten für jedes Bundesland und jede Stadt.
  • Die Detailseite zeigt die Verteilung der Sterne, die Werte pro Kategorie, Schulen in der Nähe und alle Bewertungen, filterbar nach Schüler:innen und Eltern.
  • Es gibt eine Merkliste ohne Konto und einen Vergleich von bis zu vier Schulen nebeneinander, bei dem der beste Wert pro Zeile markiert ist.
  • Wer eine Schule teilt, bekommt ein automatisch erzeugtes Vorschaubild mit Name, Foto und Sternen.

Für die Community:

  • Bewertungen lassen sich als hilfreich markieren. Innerhalb von zwei Minuten kann man das rückgängig machen.
  • Unpassende Bewertungen kann man melden. Das Team entscheidet dann, ob sie verschwinden.
  • Wer seine eigene Bewertung löschen lassen will, stellt einen Antrag und bestätigt ihn per Mail an die Adresse, mit der bewertet wurde. Die Antwort des Formulars verrät dabei nicht, wer welche Bewertung geschrieben hat.
  • Fehlt eine Schule, kann man sie melden. Das System prüft dabei, ob es schon eine ähnliche Schule gibt, und schickt die Meldung mit einer Einschätzung weiter.
  • Gewinnspiel: Gemeinsam mit Blue Tomato gab es bisher ein Gewinnspiel mit fünf Gutscheinen zu je 25 €. Jede bestätigte Bewertung im Aktionszeitraum war ein Los, pro Postfach nur eines. Gezogen wird per Zufallsgenerator und nur ein einziges Mal, damit niemand so lange neu ziehen kann, bis das Ergebnis passt.

Für das Team (intern):

Ein eigenes Admin-Backend mit Rollen, optionaler Zwei-Faktor-Anmeldung und einem Protokoll aller Aktionen. Darin werden Meldungen und Löschanträge bearbeitet, Schulen gepflegt, Gewinnspiele ausgelost und der Mailversand überwacht.

Technik

  • Next.js mit React dient als Website und Backend in einem, MySQL als Datenbank.
  • Redis hat zwei Aufgaben. Als Zwischenspeicher sorgt es dafür, dass häufig abgerufene Seiten nicht jedes Mal die Datenbank belasten. Als Warteschlange nimmt es die E-Mails auf. Zwei eigene Hintergrunddienste verschicken daraus Bestätigungen und Erinnerungen.
  • Die Karte läuft mit Leaflet und Kartendaten von OpenStreetMap, die Adresssuche nutzt Nominatim.
  • Gehostet ist alles auf Hetzner in Docker-Containern hinter Caddy und Cloudflare. Jeder Push wird automatisch gebaut und ausgeliefert. Test- und Live-Umgebung sind getrennt, und ein Rollback geht per Knopfdruck.
  • Zur Sicherheit ist die Website nur über Cloudflare erreichbar, dazu kommen strenge Sicherheits-Header und Rate Limits.
  • Eine Testsuite prüft vor Veröffentlichungen die wichtigsten Abläufe.

Was daraus wurde

GradeYourSchool ist live und wird weiterentwickelt. Die Technik steht: über 8.960 Schulen und mehr als 490 Bewertungen. Die nächste Baustelle ist nicht der Code, sondern die Bewertungen selbst, denn eine Seite wie diese lebt davon, dass genug Leute mitmachen.

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